Die Kaulsdorfer Mühle
Von alters her mußten die Kaulsdorfer Bauern in der Köpenicker Heidemühle mahlen lassen.
Der weite Weg dorthin war aber beschwerlich und so versuchten sie schon um 1805 zusammen mit
dem Köpenicker Heidemüller Christian Rabe eine Mühle zu bauen. Infolge des Krieges ab 1805 kamen
der Bau aber nicht zur Ausführung. Im Jahre 1816 konnte schließlich die Gemeinde Kaulsdorf und
der Heidemüller zur Tat schreiten. Die Mühle wurde gebaut. In den nächsten Jahren sind häufige Besitzwechsel zu verzeichnen.
Im Jahre 1891 übernahm Müllermeister Karl Rottke die Mühle und trat in die Kreis Müllerinnung Berlin
(später Müller- Innung der Umgegend Berlins) ein. Am 6.7.1891 meldete sich Carl Rottke auf der
Quartalsversammlung der Müllerinnung zusammen mit den Müllern Franz Opitz, (Mariendorf) und Albert
Miecke-(Zehlendorf) zur Aufnahme. Alle drei wurden als Müllermeister aufgenommen, die Meisterbriefe
ausgefertigt. Später avancierte der sehr befähigte Mann sogar zum Obermeister der Innung, mit deren
Hilfe die darin zusammengeschlossenen Müller versuchten, ihre Arbeit solidarisch zu organisieren und
politisch bescheidenen Einfluß zu nehmen, mußten sie sich doch schon lange der Konkurrenz der
effektiveren Großmühlen Berlins erwehren. Karl Rottke verwaltete auch die Innungslade mit den
Quartalsbüchern ( Sitzungsprotokolle) der Innung. Die Mühle stand um 1950 noch. Fundamentreste wurden
noch bis 1980 aufgefunden.
Der Wohnsitz aller Müllerfamilien befand sich im Bereich der heutigen Grundstücke Alt- Kaulsdorf
45 - 47,also schräg gegenüber der Mühle. Die heutige ARAL- Tankstelle geht auf den Betrieb des
Müllermeisters Carl Rottke zurück.
Die Mühlenchronik in übersicht
| 1816 | Beschluß der Gemeinde Kaulsdorf zum Bau einer Mühle durch den Heidemüller Christian Rabe und die Gemeinde Kaulsdorf |
| 1828 | Opisch, Müllergeselle |
| 1842 | Müller Wenzel |
| 1844 | Müller Haertel |
| 1846 | Müller Köhler |
| 1850 | Mühlenmeister Ruprecht |
| 1859 | Mühlenpächter Daniel Lüsche |
| 1865-68 | Mühlenmeister Adolph Rabe, Geburt von 3 Kindern |
| 1873-74 | August Jahn, Mühlenmeister, Geburt zweier Kinder |
| 1878 | August Heinrich Blümel ( gest.: 1891) erwarb die Mühle |
| 1880-85 | Heinrich Blümel, Mühlenbesitzer, Geburt zweier Kinder |
| 1891 | Der Köpenicker Mühlenbesitzer Carl Rottke erwarb die Kaulsdorfer Mühle |
| 1903 | Carl Rottke wurde als Wahlmann der Landtagswahl im Kreis Niederbarnim erwähnt |
| 1920 | Vererbung an Carl Rottke jr.( Alt- Kaulsdorf 45- 47) |
| 1922 | Der Betrieb stellte fast ausschließlich Futtermittel her |
| 1926 | Tod von Mühlenmeister Karl Rottke jr. im Alter von 66 Jahren |
| 1931 | Ende der Mühle Kaulsdorf in einem Orkan am 18. Januar. |
| Ausschnitt Plan Glaeser um 1830
Quelle: StAP, Montage: J. Wolf | Zeitungsannonce um 1900 |

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| Das Wappen der Kreis- Müller Innung Berlins um 1874 Lehrbrief Hirschel v. 1874, Bezirksmuseum Marzahn - Hellersdorf |
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